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Band 126 der SGGP-Schriftenreihe

Wie profitabel muss ein Spital sein?

Die EBITDA-Marge als Kenngrösse zur langfristigen Finanzierung von Betrieb und Investitionen in öffentlichen und privaten Spitälern

Autorin: Katja Sautter

Die neue Spitalfinanzierung verlangt seit 2012, dass die Spitäler neu aus ihrer Betriebsrechnung auch die Infra-strukturellen und insbesondere die baulichen Investitionen selbst finanzieren. Bis dahin wurde den öffentlichen Spitälern die Infrastruktur durch die Trägerschaften (Kantone und Gemeinden) zur Nutzung bereitgestellt, und über ein Globalbudget wurde die Betriebsunterdeckung abgesichert. Heute müssen die öffentlichen Spitäler – so wie jedes privatwirtschaftliche Unternehmen auch - Erträge erwirtschaften, die die Investitionen und den Betrieb langfristig sicherstellen.

Wie profitabel muss ein Spital sein? Wie hoch müssen die er- wirtschafteten Gewinne sein? Das sind sowohl für die Spitäler selbst, für die Kapitalgeber als auch für die Drittfinanzierer wie Krankenversicherer zentrale Fragen.

Eine wichtige Kennzahl zur Messung der Profitabilität ist die EBITDA-Marge (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization, d.h. Ertrag vor Abschreibungen, Zinsen, Steuern und Gewinn), die nun auch bei öffentlichen Spitälern zu einer wichtigen Beurteilungs- und Steuerungsgrösse wird.Die Autorin, die das Controlling des Stadtspitals Waid in Zürich leitet, ermittelt die notwendige Höhe für die Positionen der Erfolgs-rechnung, die über die EBITDA-Marge finanziert werden müssen: Abschreibungen, Fremdkapitalzinsen, Steuern und Gewinn. Methodisch gesehen werden diese Näherungswerte einerseits empirisch und andererseits über Finanzmodelle hergeleitet.

Für öffentliche Spitäler ergibt sich so eine notwendige EBITDA-Marge von etwa 10% Prozent. Bei den privaten Spitälern liegt dieser Wert etwas höher, nämlich bei etwa 11% (keine Steuerbefreiung, andere Rahmenbedingungen bei der Finanzierung); diese Zielgrösse wurde aber 2013 von den öffentlichen Spitälern mit durchschnittlich 7,7 Prozent noch klar unterschritten. Die EBITDA-Marge der öffentlichen Spitäler muss daher, so die These der Autorin, deutlich ansteigen, um eine nachhaltige Finan-zierung zu gewährleisten.

Verlag SGGP, Bern, 2015, 136 Seiten
ISBN 978-3-85707-126-3

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