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Spitäler
Privatisierung öffentlicher Krankenhäuser und Partizipation der
Beschäftigten
Ausgehend von den Erfahrungen ihrer Fallstudie arbeitet Ingeborg Löser-Priester
in ihrem Buch (Mabuse-Verlag, ISBN 3-933050-67-7, 32 Euro) folgende verallgemeinerbare
Aussagen heraus:
- Demokratische Partizipation lässt sich nur aus einem Modernisierungskonzept
begründen, das ökonomische, soziale und gesellschaftliche Kriterien
gleichermassen umfasst.
- Demokratische Partizipation hat im Krankenhaus keine Tradition: Ein organisierter
Erfahrungsaustausch zwischen den an Verwaltungs- und Krankenhausmodernisierungsprozessen
beteiligten betrieblichen und gewerkschaftlichen Akteuren könnte daher
sinnvoll sein.
- Rechtsformänderungs-Tarifverträge bieten keine Garantie für
die Umsetzung demokratischer Partizipation und einen aus Beschäftigtensicht
erfolgreich verlaufenden Modernisierungsprozess im Krankenhausbetrieb.
- Die betriebsrats-initiierte Umsetzung von Beschäftigtenbeteiligung
im Rahmen betrieblicher Modernisierungsprozesse erscheint als notwendige Voraussetzung
zur Demokratisierung betrieblicher Machtverhältnisse; sie erfordert gleichermassen
eine Konsens- und Konfliktfähigkeit der Betriebsräte.
- Der Aufbau eines Beschäftigtenbeteiligungssystems und die damit verbundene
Umsetzung demokratischer Partizipation läuft ohne aktive Unterstützung
der Beschäftigten ins Leere.
- Der Aufbau eines Beschäftigtenbeteiligungssystems im Rahmen betrieblicher
Modernisierungsprozesse stellt die traditionellen Formen der Betriebs-/ Personalratsarbeit
in Frage und könnte sich hierdurch als Partizipationsbarriere erweisen.
- Betriebliche Modernisierungsprozesse führen nicht zwangsläufig
zu einem Rollenwechsel des Betriebs-/ Personalrats im Sinne eines aktiven
Co-Managements.
- Eine veränderte Rollendefinition und Rollenerwartung der betrieblichen
Akteure müsste mit einem Wandel der Interaktions-, Kommunikations- und
Verhandlungsformen einhergehen; aber demokratische Partizipation ist ihrem
Gehalt nach mehr als blosse Kommunikation.
- Modernisierungsprozesse setzen Betriebsräte unter einen starken Anpassungsdruck,
der zu Belastungskumulationen bei Betriebsratsmitgliedern führen und
die Begleitung betrieblicher Modernisierungsprozesse sowie die Umsetzung demokratischer
Partizipation erschweren oder gar verhindern kann.
- Modernisierung im Krankenhaussektor stellt die Gewerkschaft hinsichtlich
beratender, unterstützender und qualifizierender Aufgaben vor neue Anforderungen.
- Trotz der Möglichkeit des Scheiterns oder sich abzeichnender Umsetzungsprobleme
beschäftigtenorientierter Gestaltungselemente von Modernisierungsabkommen
oder -tarifverträgen im Rahmen betrieblicher Reorganisationsprozesse
sind derartige Regelungen prinzipiell sinnvoll.
Netzwerkmanagement in der Hotelindustrie
Spitäler geben der Hotellerie im Konkurrenzdruck teilweise einen höheren
Stellenwert. Unter diesem Aspekt sei ein Blick über den Tellerrand auch
in den GPI erlaubt. Marcus Frey (Haupt-Verlag, ISBN 3-258-06545-4, 68 Franken)
hat in seiner Arbeit u.a. vier Szenarien für die Hotellerie entwickelt,
die den meisten Spitälern mit Kooperationsabsichten nicht ganz unbekannt
sein dürften: Verdrängung, Konversion, Individualisierung sowie Kooperation.
Quelle: "Gesundheitspolitische Informationen"
(GPI), Nr. 1/2003.
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