GPI Nr. 2/2003

 

 

 

 


 


Und zum Schluss noch dies ....

Wenn die Kosten so steigen wie der Landesindex der Konsumentenpreise, sagt niemand etwas. Wir wollen schliesslich keine Billigmedizin und den technischen Fortschritt nicht verhindern. (Manfred Manser, Vorsitzender der Konzernleitung der Helsana Versicherungen, in: Neue Luzerner Zeitung, 10. April 2003)

Pfizer ist das grösste und profitabelste Pharmaunternehmen der Welt. Dafür entschuldige ich mich nicht. Wir erwirtschaften aber gerade die Hälfte der Profite von Microsoft oder Citigroup. Verdienen wir also exzessiv? Ich glaube es nicht. (Henry McKinnell, Konzernchef Pfizer, in: Cash, 26. April 2003)

Wettbewerbspolitisch geht es nicht um Ergebnisse, sondern um Handlungsfreiheit. Es geht darum, den wirtschaftlichen Akteuren Handlungsfreiheit zu gewährleisten. (Roger Zäch, Vize-Präsident der Wettbewerbskommission an der 12. Pharma Forum Schweiz Tagung vom 12. Mai 2003 in Luzern).

Ja. Da geht es um Ärzte, deren Einkommen, wenn überhaupt, vielleicht von 400'000 auf 350'000 Franken sinkt. Es ist mutig, da von Existenzproblemen zu sprechen. (Fritz Britt, Vize-Direktor Bundesamt für Sozialversicherung, in: SonntagsBlick, Nr. 21, 25. Mai 2003).

Das amerikanische Gesundheitssystem wird auch in Europa von Ärzten oft bewundert - aber die wissen nicht, was hier abgeht. Etwa 100'000 Patienten sterben jährlich in den USA auf Grund medizinischer Fehler. Das liegt zum grossen Teil daran, dass die Ärzte keine Zeit haben und die Schwestern überfordert sind. Die Unzufriedenheit unter amerikanischen Ärzten ist hoch, und auch unter den Krankenschwestern. Viele geben ihre Arbeit auf. Die Leid Tragenden sind die Kranken.

Alle diese Probleme haben die Medizin untergraben. Sie ist zum Türsteher für Wirtschaftsunternehmen geworden, welche die Gesundheitsfürsorge als Mittel sehen, Geld zu machen.

Wir leben in einer stressreichen Zeit, wo das soziale Netz Risse hat. Eine Reihe von Faktoren, beispielsweise Gewalt und ökonomische Zwänge, führen zur sozialen Frustration, die sich in körperlichen Problemen niederschlägt. Darauf nimmt der Mediziner aber keine Rücksicht; er verschreibt einfach Medikamente oder Therapien für die Hauptbeschwerde. (...) Und wenn das Medikament dann nichts nützt, verschreibt man mehr Arzneimittel.

(alle Zitate: Bernard Lown, pensionierter Kardiologe, Friedensnobelpreis-Träger von 1985, in: Tages-Anzeiger, Nr. 116, 21. Mai 2003)

Quelle: "Gesundheitspolitische Informationen" (GPI), Nr. 2/2003.