GPI Nr. 4/2003

 

 

 

 


 


Einzelne Länder

Privatisierung verlagert nur Kosten, senkt aber nicht die Ausgaben
Nimmt man die Erfahrungen in der Schweiz als Massstab, dann wird der Gesundheitsreform in Deutschland kein Erfolg beschieden sein. Diese Auffassung vertritt Thomas Gerlinger, Gesundheitsexperte am Wissenschaftszentrum Berlin. Er hat in einer Studie die Auswirkungen des schweizerischen Krankenversicherungsgesetzes seit Inkrafttreten im Jahr 1996 analysiert und kommt zum Schluss: "Die Privatisierung von Gesundheitskosten ist kein geeignetes Instrument, um die Ausgaben in der Krankenversicherung zu senken." Vielmehr, so Gerlinger im Gespräch mit der ÄrzteZeitung, geraten dann "Strukturen, die ineffizient sind, aus dem Blickfeld der Politik." Die Studie ist abrufbar unter: http://skylla.wz-berlin.de/pdf/2003/i03-301-pdf.

Wörterbuch der Sozialpolitik
Erwin Carigiet, Ueli Mäder und Jean-Michel Bonvin sind die Herausgeber dieses Buchs, das im besten Begriff ist, schon in der ersten deutschsprachigen Auflage - ein französisches Pendant gibt es schon länger - ein Standardwerk zu werden (Rotpunktverlag, ISBN 3-85869-253-0, 54 Franken). Es vereinigt das Fachwissen und die Erfahrung von 337 Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung, Justiz sowie Nichtregierungsorganisationen und Beiträge zu 758 Stichworten. Es bietet einen guten Überblick über die Sozialpolitik und wegen der zahlreichen Querverweise und Literaturangaben einen Fundus an weitergehenden Informationsmöglichkeiten für Interessierte. Das Buch entstand unter der Schirmherrschaft der Schweizerischen Vereinigung für Sozialpolitik (SVSP).

Quelle: "Gesundheitspolitische Informationen" (GPI), Nr. 4/2003.