Editorial
Liebe Leserinnen und Leser - Chers lecteurs et chères lectrices
Sieben Jahre lang habe ich die GPI als Chefredaktor mitgestalten dürfen. Diese Ausgabe ist die letzte, welche ich im Auftrag der SGGP als Chefredaktor gestalte. In dieser Zeit habe ich unzählige Artikel gelesen, Zeitungen überflogen, Zeitschriften evaluiert, eines ist jedoch geblieben: trotz oder vielleicht gerade wegen der riesigen Informationsflut bleibt die Aufgabe, die Qualität der Informationen genau zu überprüfen. A propos Qualität: Sie kommt im Moment in den Diskussionen um das schweizerische Gesundheitswesen zu kurz. Sofortprogramm-Hektik und einseitige Kostenbetrachtungen bzgl. höchstens eines Teils der schweizerischen Sozialversicherungen stehen eher im Vordergrund.
Ich habe mich im Rahmen der GPI-Chefredaktoren-Tätigkeit bemüht, die unterschiedlichsten Meinungen angemessen wieder zu geben. Zum Schluss gestatte ich mir eine ganz persönliche Meinung: Diese einseitige Krankenversicherungsprämien-Optik, die nicht zuletzt durch den vor kurzem zurückgetretenen Bundesrat mitverursacht worden ist, kann nicht zielführend für die Zukunft sein.
Denn die Zukunft dürfte für die Schweiz vor allem mit einer älter werdenden Gesellschaft, mit der damit erhöhten Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Mehrfacherkrankungen und wohl auch Grossrisiken verbunden sein. In einem solchen Rahmen verdienen ursprüngliche Grossrisiko-Überlegungen bei den Sozialversicherungen, aber auch verbesserte finanzielle Anreize hin zu einer optimalen Vesorgung besondere Aufmerksamkeit.
Ich wünsche meinem Nachfolger/ meiner Nachfolgerin und Ihnen allen, liebe Leserinnen und Leser, dass sich in Bezug auf diese Aufgabenstellung vor allem qualitativ in der Schweiz etwas zum Besseren verändert
Willy Oggier,
Chefredaktor GPI - Rédacteur en chef PSI
Quelle: "Gesundheitspolitische Informationen" (GPI), Nr. 4/2009.