GPI Nr. 3/2007

 

 

 

 


 


Public Health - La santé publique


"Zero Tolerance" gegen soziale Randgruppen?

Susanne Paula Leiterer untersucht in diesem Buch hoheitliche Massnahmen gegen Mitglieder der Drogenszene, Wohnungslose, Trinker und Bettler in New York City und Deutschland (Verlag Duncker & Humblot, ISBN 978-3-428-12170-0, 68 Euro). Die Autorin kommt zum Schluss, dass das Polizeirecht nicht das richtige Instrumentarium ist, die zunehmenden sozialen Probleme in deutschen Innenstädten zu lösen.


Einmal mehr: interessante Public Health-Bücher aus dem Mabuse-Verlag

Der Mabuse-Verlag zeichnet sich immer wieder durch gesellschaftskritische, fundierte und interessante Bücher aus. Dabei sind dem GPI-Redaktor im Bereich Public Health diesmal folgende Bücher aufgefallen:

  • Marjorie Tew: Sichere Geburt? Eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte der Geburtshilfe. Herausgegeben und übersetzt wurde dieses Buch von Clarissa Schwarz und Katja Stahl (ISBN 978-3-938304-06-8, 39 Euro, 512 Seiten). Die britische Statistikerin Marjorie Tew hat untersucht, ob die Geburt durch die moderne Geburtsmedizin tatsächlich sicherer geworden ist. Sie argumentiert anhand statistischer Zahlen und kommt zum Schluss, dass es keinen kausalen Zusammenhang gibt zwischen den Tatsachen, dass erstens die Sterblichkeit bei Geburten heute so gering ist und zweitens fast alle Kinder heute in Kliniken geboren werden. Vielmehr sind nach Auffassung der Autorin die Gründe zum grössten Teil bei der besseren Gesundheit der Frauen - u.a. durch verbesserte Wohnverhältnisse, Hygiene, Ernährung und geringere Kinderzahl - zu suchen.
  • Barbara Duden: Der Frauenleib als öffentlicher Ort (ISBN 978-3-938304-76-1, 15.90 Euro). Dieses Buch aus dem Luchterhand-Verlag aus dem Jahr 1991 ist neu erschienen. Die Autorin beschreibt darin bestürzt die Umstülpung der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Schwangerschaft.
  • Gerhard Nübel/ Heinz-Peter Kuhlmann/ Bernd Meissnest (Hrsg.): Leben bis zuletzt. Das Ende neu entdecken (ISBN 978-3-938304-43-3, 16.80 Euro). In der Arbeit mit alten Menschen stellt die Auseinandersetzung mit dem Ende des Lebens eine besondere Herausforderung dar. Seelsorge, Sterbebegleitung, Abschiednehmen, die Begegnung mit ungewöhnlichen Verhaltensweisen bestimmen die Beziehungsgestaltung mit hochbetagten Menschen und ihrem Umfeld. Hinzu kommen die Verknappung der Ressourcen und eine zunehmende Ökonomisierung der Gesundheitspolitik. Zwischen zurückhaltendem professionellen Handeln und unverantwortlichem Sparen bleibt oft nur ein schmaler Grat. Dieses Buch fasst die Beiträge des 11. Gütersloher Gerontopsychiatrischen Symposiums zu diesen Herausforderungen zusammen. Sie sollen auch die Chancen verdeutlichen, die sich mit dem letzten Lebensabschnitt verbinden.


Sozial- und Präventivmedizin - Public Health

SGGP-Ehrenmitglied Felix Gutzwiller und Fred Paccaud haben die dritte, vollständig überarbeitete Auflage dieses Standardwerks herausgegeben (Verlag Hans Huber, ISBN 978-3-456-83912-7, 68 Franken). Es vermittelt einen Überblick über die theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendungen der Sozial- und Präventivmedizin bzw. von Public Health. Der erste, allgemeine Teil umfasst die grundlegenden Konzepte, Begriffe und Methoden, die in Public Health zum Einsatz kommen. Der zweite, spezifische Teil beinhaltet die Epidemiologie der verschiedenen, wichtigen Krankheitsgruppen sowie die entsprechenden Interventionsmöglichkeiten und Massnahmen der Prävention. Dazu gehört auch die Dimension der internationalen Gesundheit. Kapitel zur Umwelt-, Arbeits- und Versicherungsmedizin runden die Inhalte von Public Health ab (522 Seiten, 112 Abbildungen, 85 Tabellen).


Quelle: "Gesundheitspolitische Informationen" (GPI), Nr. 3/2007.