GPI Nr. 3/2007

 

 

 

 


 


Leistungserbringer - Prestataires


Ärzteschaft - Corps des médecins

Ärzteatlas
Daten zur Versorgungsdichte von Vertragsärzten vermittelt dieses Buch von Joachim Klose, Isabel Rehbein und Thomas Uhlemann (Wissenschaftliches Institut der AOK, ISBN 978-3-922093-44-2). Die Analyse kommt zum Schluss, dass gemäss den Richtlinien der Bedarfsplanung in Deutschland nicht zu wenig Ärzte, sondern eher zu viele existieren, diese aber schlecht verteilt seien. Vor allem Kreise in strukturell sehr attraktiven Gebieten sind mit den weitaus meisten Fachgruppen überversorgt. Vor allem in ländlichen Kreisen der östlichen Bundesländer finden sich Gegenden, die hausärztlich nicht gut versorgt sind oder in denen künftig dann ein Mangel zu erwarten ist, wenn frei werdende Arztsitze nicht zu einem grossen Anteil wieder besetzt werden können.


Pharma

Pharma-Markt Schweiz Ausgabe 2007
Alle Jahre wieder kommt diese informative Broschüre der Interpharma heraus. Sie kann kostenlos bestellt werden (Adresse: Petersgraben 35, Postfach, 4003 Basel; info@interpharma.ch; www.interpharma.ch).

Report oder Atlas?
Helmut Schröder, Katrin Nink, Valentin Coca, Annette Zawinell, Gabriela Brückner und Kenan Ajanovic setzen sich kritisch mit der Analyse von Arzneiverordnungsdaten auseinander, welche im Rahmen des sogenannten Arzneimittel-Atlas Ende 2006 als alternative Studie zum seit mehr als 20 Jahren erscheinenden Arzneiverordnungs-Report vorgenommen wurde (Wissenschaftliches Institut der AOK, ISBN 13-978-3-922093-46-6, 144 Seiten). Sie kommen zum Ergebnis, dass die Deutungen der ausgewiesenen Verbrauchssteigerungen nicht haltbar sind. So werde jede Mehrverordnung auf fraglicher Daten- und Studienbasis als therapeutisch gerechtfertigt interpretiert. Dagegen würde die wirtschaftliche Fehlversorgung - Therapie gleicher oder besserer Qualität kann wirtschaftlicher erbracht werden - vollständig ausgeblendet.

Die Beurteilung von Parallelimportbeschränkungen patentrechtlich geschützter Güter nach Art. 7 KG
Schweizerische Patente erschöpfen sich national. Der Schutzrechtsinhaber kann daher Parallelimporte patentrechtlich geschützter Produkte verhindern. Stephan Winkler geht in diesem Buch (Schulthess-Verlag, ISBN 978-3-7255-5401, 76 Franken) der Frage nach, unter welchen Umständen die einseitige Geltendmachung des Patentrechts zur Verhinderung von Parallelimporten als Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung im Sinn von Art. 7 Kartellgesetz (KG) zu beurteilen ist.

Parallelimporte und der Pharmamarkt
Eine wohlfahrtsökonomische Analyse unter besonderer Berücksichtigung der Schweiz führt Guido Barsuglia in diesem Buch durch, das weitgehend auf seiner Dissertation an der Universität Basel basiert (Peter Lang Verlag, ISBN 978-3-03911-232-6, 76 Franken). Die mehrstufige Analyse kommt zum Schluss, dass ein Aufheben des Parallelimportverbots zwar wohlfahrtssteigernd sein kann, jedoch weder zur effizientesten noch zur zweiteffizientesten Lösung führt.


Psychiatrie

Kollektive Vergangenheitsbearbeitung in Südafrika
Vera Kattermann unternimmt in diesem Buch einen psychoanalytischen Verständnisversuch der Wahrheits- und Versöhnungskommission (Haland & Wirth im Psychosozial-Verlag, ISBN 978-3-89806-599-3, 365 Seiten, mit einem Vorwort von Marianne Leuzinger-Bohleber).


Spitäler - Hôpitaux

Führung und Management im Krankenhaus
Hans-Wolfgang Hoefert (Hrsg.) hat die zweite, vollständig überarbeitete Auflage dieses Buchs publiziert (Hogrefe-Verlag, ISBN 978-3-8017-2083-4, 56 Franken). Es enthält Kapitel verschiedener Autoren zu folgenden Themen: personale Führung im Krankenhaus, Orientierungskonzepte für das Krankenhaus-Management, neue Steuerungsformen im Krankenhaus, Management in Rehabilitationskliniken und Entwicklung der personellen Kompetenz.

Betriebswirtschaft und Management im Krankenhaus
Manfred Haubrock und Walter Schär sind die Herausgeber dieser vierten, vollständig überarbeiteten und erweiterten Auflage (Verlag Hans Huber, ISBN 3-456-83943-X, 616 Seiten, 79 Franken). Es weist folgende Hauptkapitel auf: 1. Grundlagen der Gesundheitsökonomie. 2. Versicherungen als Finanzierungselemente des sozialen Netzes. 3. Das Krankenhaus als Betrieb. 4. Managementmethoden als Lösungsansatz. 5. Krankenhausmanagement. 6. Dokumentation und Informatik im Gesundheitswesen. 7. Klinisches Risikomanagement. 8. Pflegemanagement. 9. Zu einigen Aspekten der Pflegepolitik.

OrganisationsWissen Nr. 11: Praxishandbuch der Leistungserfassung im Spital
Martin Bruderer und Rita Vogt haben dieses 158 Seiten umfassende Buch verfasst (Schweizerische Gesellschaft für Organisation und Management, ISBN 978-3-9523248-0-6). Als Fallstudie wird dabei schwergewichtig das Inselspital Bern verwendet, in einem Kapitel auch das Kantonsspital Luzern. Das Vorwort hat Ludwig Bapst geschrieben.

Strategische Krankenhausführung
Andrea Braun von Reinersdorff hat die zweite unveränderte Auflage dieses Buchs herausgegeben (Verlag Hans Huber, ISBN 978-3-456-84469-5, 48.90 Franken, 414 Seiten).


Spitex - Soins à domicile

Intensivstation zu Hause
"Pflegende Angehörige in High-Tech Home Care" lautet der Untertitel dieses Buchs von Julia Lademann, das sich mit der deutschen Situation auseinandersetzt (Verlag Hans Huber, ISBN 978-3-456-8448-6, 48.90 Franken). Es handelt von Pflegebedürftigen in Deutschland, die beispielsweise beatmungspflichtig sind oder einer künstlichen Ernährung bedürfen und zu Hause betreut werden. Pflegende Angehörige nehmen dabei eine Schlüsselposition ein, da ohne deren Mitwirkung die Realisierung einer "Intensivstation zu Hause" kaum möglich ist. Die Studie widmet sich pflegenden Angehörigen und dem Spektrum der ambulanten Schwerstkrankenpflege und versucht, Schlussfolgerungen für das Versorgungssystem und insbesondere für die professionelle Pflege zu ziehen.


Zahnmedizin - Médecine dentaire

Orale Gesundheit in der Schweiz Stand 2006
Das Arbeitsdokument 26 stellt das Monitoring zur Thematik dar. Verfasst haben es Giorgio Menghini und Marcel Steiner (Schweizerisches Gesundheitsobservatorium, ISBN 978-3-907872-40-6). Die Autoren kommen u.a. zur Erkenntnis, dass die Wirkung der in den 60er Jahren begonnenen Kariesvorbeugung sich allmählich auch bei Individuen über 50 Jahre bemerkbar machen wird. Sie sehen aber die Zukunft der Basisprophylaxe in Gefahr, weil mit den politischen Bestrebungen zur Abschaffung des kantonalen Salzregals eine grosse Wahrscheinlichkeit besteht, dass der Schweizer Markt mit unjodiertem und unfluoridiertem Salz überschwemmt wird. Als Folge einer Abschaffung des Salzregals rechnen die Autoren daher mit einem Anstieg des Kariesbefalls. Als besonders gravierend taxieren sie, dass damit eine Zunahme der Jodmangelkrankheiten zu erwarten sein wird.


Quelle: "Gesundheitspolitische Informationen" (GPI), Nr. 3/2007.