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Der Grundsatz der finanziellen Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung
Nils Schaks legt diese verfassungs- und sozialrechtliche Untersuchung vor (Duncker
& Humblot, ISBN 978-3-428-12406-0, 191 Seiten, 56 Euro). Der Autor untersucht
den vom Bundesverfassungsgericht entwickelten Grundsatz. Anschliessend setzt
er sich mit den beiden zentralen Thesen des Gerichts auseinander. Er kommt zum
Ergebnis, dass der Grundsatz der finanziellen Stabilität der Gesetzlichen
Krankenversicherung nicht überragend wichtig sei. Es handle sich um einen
bloss finanziellen/ fiskalischen Belang, der keinen Verfassungsrang geniesse.
Finanzreform in der gesetzlichen Krankenversicherung und Zukunft des Risikostrukturausgleichs
Rainer Pitschas (Hrsg.) hat diesen Sammelband herausgegeben (Verlag Peter Lang,
ISBN 978-3-631-56073-0, 50 Franken). Hier kann man beispielsweise im Beitrag
von Josef Hecken (Seite 21) nachlesen, dass ein wirksamer Beitrag zur Deregulierung
darin bestünde, genau das aufzulösen, was Bundesrat Couchepin in der
Schweiz einführen will, nämlich die Verknüpfung des Risikostrukturausgleichs
mit den Disease Management Programmen.
Polikliniken in der SBZ/ DDR
Heike Krumbiegel beschreibt in diesem interessanten Buch Konzeption und Umsetzung
öffentlicher poliklinischer Einrichtungen unter besonderer Berücksichtigung
Brandenburgs (VAS-Verlag, ISBN 3-88864-426-7, 29.80 Euro). Das Werk verdient
auch deshalb besondere Aufmerksamkeit, weil es nicht nur sehr ausführlich
auf 534 Seiten dokumentiert, sondern weil das Thema der Medizinischen Versorgungszentren
in (West-)Deutschland nach den Worten der amtierenden Bundes-Gesundheitsministerin
Ulla Schmidt "ein bedeutendes Stück Ostdeutschland in den Westen exportiert".
Die Arbeit ist mit einer Vielzahl aufschlussreicher Daten und Fakten versehen.
Schweiz - Suisse
Gesundheitswesen Schweiz 2007-2009
Gerhard Kocher und Willy Oggier (Hrsg.) haben die dritte, aktualisierte Ausgabe
dieses inzwischen zu einem Standardwerk des schweizerischen Gesundheitswesens
gewordenen Buchs publiziert (Verlag Hans Huber, ISBN 978-3-456-84422-0, 39.90
Franken). Das schweizerische Gesundheitswesen ist komplex und im Umbruch begriffen.
Reformversuche und Sparmassnahmen jagen sich, oft ohne klare Ziele und ohne
Koordination mit den anderen Sektoren. Gesundheitspolitik ist zu einem heiss
umstrittenen Politikbereich geworden. In einer solchen Situation ist Transparenz
wichtig. Dieses Werk gibt eine aktuelle und sachliche Gesamtübersicht in
37 Kapiteln, verfasst von 49 Autorinnen und Autoren. Besonderen Wert legen die
beiden Herausgeber auf möglichst hohe Objektivität, aussagekräftige
Daten und auf gute Lesbarkeit.
Welche praktische Bedeutung das Buch für ihn selbst hat, beschreibt der
Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren-Konferenz, Herr Regierungsrat
Markus Dürr, in seinem sehr persönlich gehaltenen Geleitwort.
Offre et recours aux soins médicaux ambulatoires en Suisse
Jaccard Ruedin Hélène/ Roth Maik/ Bétrisey Carine/ Marzo
Nicola/ Busato André, sind die Autoren dieses Document de travail 22
de l'Observatoire suisse de la santé (ISBN 978-3-907872-36-9, 20 Franken).
Erstmals wurde für die Schweiz die regionale Verteilung der ambulant tätigen
Ärzte mit eigener Praxis untersucht und mit der Nachfrage nach ihren Leistungen
verglichen. Berücksichtigt wurde dabei der Beschäftigungsgrad der
Ärzte. Die Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums kommt zum
Schluss, dass die ambulante Versorgung derzeit in allen Regionen gewährleistet
ist. Vor allem in ländlichen Gebieten könnte es aber in Zukunft zu
Engpässen kommen. Gemäss der Studie gab es im Jahr 2004 im schweizerischen
Durchschnitt auf 10'000 Einwohner 9.4 Hausärzte. Berücksichtigt man
den Beschäftigungsgrad, dann lag der Durchschnitt bei 6.3 vollzeittätigen
Hausärzten. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Stadt und
Land, sowie zwischen dem Westen und dem Osten der Schweiz bzgl. Ärztedichte,
Beschäftigungsgrad und Inanspruchnahme der Leistungen. Im Jahr 2004 besuchten
Bewohner der Schweiz im Durchschnitt drei Mal den Hausarzt. In der Ostschweiz
sind Hausarztbesuche bis zu viermal häufiger als in gewissen westschweizerischen
Regionen. Am wenigsten in Anspruch genommen werden Hausärzte in den Grossstädten.
Stärkung der Grundversorgung
Unter diesem Titel ist der Bericht zur 8. Arbeitstagung der Nationalen Gesundheitspolitik
erschienen. Sämtliche Referate sind auf der Homepage www.nationalegesundheit.ch
unter der Rubrik "Nationale Tagung/ Basel 2006" aufgeschaltet. Dargestellt
sind die Plenumsreferate von Regierungsrat Markus Dürr, Prof. Gianfranco
Domenighetti, Werner Bauer und Stefan Spycher sowie die Aktivitiäten in
den Workshops (Notfallkonzepte in der Schweiz. Welche Weiterbildung für
welchen Hausarzt? Hausarztmedizin der Zukunft) und die Schlusskommentare.
Bewegung Richtung Markt
Claude Longchamp u. a. haben unter diesem Titel den Schlussbericht zum Gesundheitsmonitor
2006 verfasst (zu beziehen bei: Interpharma, Postfach, Petersgraben 35, 4003
Basel). Die Autoren formulieren 10 Thesen und 10 Trends aus 10 Jahren Gesundheitsmonitor.
Die Thesen: Das Gesundheitsempfinden in der Schweiz leidet unverändert,
vor allem in den unteren Schichten. Die finanziellen Belastungen durch die Krankenkassen
sind hoch, aber nicht mehr steigend. Die Zustimmung zu spezifischeren Versicherungsformen
nimmt zu, bleibt aber schichtabhängig und minderheitlich. Die Akzeptanz
des KVG schwindet, vor allem im liberalkonservativen politischen Lager und in
der Nordostschweiz. Mehr Markt im Angebot nimmt als einzige Wertpräferenz
konstant zu. Mehr Eigenverantwortung sollte mit einem Bonus-Malus-System gesteuert
werden. Marktgängige Kontrollen des Angebotes gewinnen an Zustimmung, nicht
aber drastische Leistungsbegrenzungen. Produkte mit Schweizer Qualitätsgarantie
und Generika sind beliebt. Die Kritik an den Gewinnen der Pharmabranche durch
hohe Medikamentenpreise wächst, wenn auch nur bei Minderheiten. Das leistungsbezogene
Image der Pharmabranche ist gut, ihre diesbezüglichen Botschaften werden
in zunehmendem Masse verstanden
Quelle: "Gesundheitspolitische Informationen"
(GPI), Nr. 2/2007.